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Tour-Vorschau

Aloha! Jäger eröffnet Golfjahr unter Palmen

Vorschau auf das Tour-Geschehen mit der Sony Open auf der PGA Tour und dem Saisonstart auf der Korn Ferry Tour.

12. Januar 2022

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Wer dieser Tage das Tour-Programm verfolgt, bei dem dürfte durchaus etwas Neid mitschwimmen. Während hierzulande Mütze und Schal zur Standardausrüstung gehören, messen sich einige wenige, zugegebenermaßen deutlich bessere Golfer als wir es jemals sein werden, bei strahlend blauem Himmel mit Blick auf das türkise Wasser und müssen eher daran denken, genügend Sonnencreme aufzutragen. Sowohl auf Hawaii als auch den Bahamas wird in dieser Woche gespielt und einige Deutsche kommen ebenfalls in den Genuss von Inselgolf. Die Vorschau:

PGA Tour


(Paradiesische Bedingungen im Waialae Country Club, Photo by Mike Ehrmann/Getty Images)

Allzu weit musste das PGA-Tour-Team nicht reisen. Von Maui ging es rüber auf die Hauptstadtinsel Oahu, wo mit der Sony Open eines der traditionsreichsten Events im Kalender ansteht. Seit 1965 wird dieses Turnier im Waialae Country Club ausgetragen. Nur Colonial und Pebble Beach können hier auf eine noch längere Historie zurückblicken. Im Gegensatz zum Tournament of Champions in der vergangenen Woche, handelt es sich bei der Sony Open um ein reguläres Event mit vollem Teilnehmerfeld. Statt 38 Turniersieger aus dem vergangenen Jahr treten in dieser Woche wieder 144 Golfer an. Für die allermeisten PGA-Tour-Spieler läutet also erst die zweite Woche auf Hawaii das neue Golfjahr ein.

So auch für Stephan Jäger, der zum dritten Mal bei der Sony Open in Honolulu antritt. Bei seinen ersten beiden Teilnahmen (2018, 2019) überstand er immerhin den Cut, schaffte es aber nicht über einen geteilten 43. Rang hinaus. Dank seiner starken Saison auf der Korn Ferry Tour, die der Münchner als Spieler des Jahres abschloss, steht für Jäger eine volle Spielzeit auf der PGA Tour an. Sieben Turniere spielte der 32-Jährige bereits im vergangenen Jahr. Einmal erreichte er die Top 25. Im FedExCup rangiert Jäger aktuell auf dem 95. Platz. Um sich optimal auf das erste Event des Jahres vorzubereiten, reiste der aktuell einzige deutsche PGA-Tour-Spieler bereits einige Tage früher nach Hawaii und spielte sich im Four Seasons Resorts La¯na?i warm - barfuß wohlgemerkt. Es gibt definitiv schlechtere Orte, um sein Golfjahr 2022 einzuläuten.


(Titelverteidiger Kevin Na, Photo by Cliff Hawkins/Getty Images)

Doch worauf kommt in dieser Woche an? Der Par-70-Platz im Waialae Country Club steht in einem starken Kontrast zum Kurs aus der vergangenen Woche. Während im Kapalua Resort ordentlich Höhenmeter gesammelt wurden, erwartet die Spieler in dieser Woche ein flacher Test, bei dem die Präzision vom Tee im Vordergrund steht. Durchaus enge Fairways gepaart mit hohem Rough kam in den vergangenen Jahren eher den "Ballstrikern" entgegen. Titelverteidiger ist Kevin Na, der nicht zu den weitesten, aber dafür zu den präzisesten Spielern auf der Tour zählt. Im bisherigen Saisonverlauf traf der fünfmalige PGA-Tour-Sieger mehr als 70 Prozent der Fairways.

Ebenfalls ganz oben auf der Favoritenliste steht Cameron Smith. Der Australier konnte nicht nur Jon Rahm beim Jahresauftakt in die Schranken weisen und seinen vierten Titel auf der PGA Tour holen. 2020 war Smith auch schon in Waialae erfolgreich, womit er in dieser Woche bereits seinen dritten Sieg auf der Paradiesinsel anpeilt. Zuletzt war es jedenfalls ein gutes Omen, wenn man in der Vorwoche auf Maui mitspielte. Sieben der vergangenen acht Gewinner der mit 7,5 Millionen US-Dollar dotierten Sony Open waren beim vorangegangen Tournament of Champions im Einsatz. In dieser Woche sind 21 der 38 Champions mitgereist. Bryson DeChambeau sagte seinen Start kurzfristig wegen einer Handgelenksverletzung ab.

Korn Ferry Tour


(Jeremy Paul, Photo by Keyur Khamar/PGA TOUR via Getty Images)

Vor allen anderen internationalen Touren eröffnet die Korn Ferry Tour ihre Saison 2022. Mit der Bahamas Great Exuma Classic beginnt eine neue Spielzeit, an deren Ende der Aufstieg auf die große PGA Tour winkt. Insgesamt umfasst der Kalender 26 Turniere, mit dem Finale Anfang September in Indiana. Der Startschuss erfolgt in dieser Woche nicht wie gewohnt am Donnerstag, sondern am Sonntag und statt um 7,5 Millionen US-Dollar wie auf der PGA Tour, geht es auf den Bahamas um 750.000 US-Dollar. Die gleichen Eckdaten treffen dann auch auf das zweite Turnier des Jahres zu, das ebenfalls auf den Bahamas stattfindet. Einzig der Austragungsort ist ein anderer. Den Anfang macht der Sandals Emerald Bay GC in Great Exuma, ehe es in der Folgewoche in den Abaco Club on Winding Bay geht.

Wie man sich über die Korn Ferry Tour souverän das Ticket für die PGA Tour sichert, zeigte im vergangenen Jahr Stephan Jäger, der als Saisonbester den Aufstieg perfekt machte. Ein ähnliches Ziel dürften Jeremy Paul und Thomas Rosenmüller verfolgen. Die beiden deutschen Pros erspielten sich ihre Tourkarten über das Korn Ferry Tour Qualifying Tournament im November, bei dem sich beide den elften Rang teilten. Wobei Paul seine Tourkarte bereits über die Forme Tour absicherte, seinen Status aber über das Qualifikationsturnier verbessern wollte. Einen vollen Kalender werden sie in dieser Kategorie voraussichtlich beide nicht spielen können, jedoch sollten die Starts ausreichen, um sich bei entsprechenden Leistungen eine Chance auf die Top 25 im Ranking zu wahren.

Während Paul bereits 2017 auf der Korn Ferry Tour aktiv war, steht für Rosenmüller eine Rookie-Saison bevor. Der gebürtige Münchner gewann die Pro Golf Tour Order of Merit 2020 und qualifizierte sich so für die Challenge Tour 2021. Dort überstand er nur vier Cuts. Umso motivierter dürfte er zum Start des neuen Karriereabschnitts sein. "Ich freue mich, bald wieder im Wettbewerb zu stehen", so der 24-Jährige auf Instagram. "Das Spiel fühlt sich großartig an und jetzt arbeite ich jeden Tag daran, alle Teile meines Spiels zu schärfen."

Die Deutschen im Einsatz:

  • PGA Tour, Sony Open: Stephan Jäger
  • Korn Ferry Tour, The Bahamas Great Exuma Classic: Jeremy Paul und Thomas Rosenmüller

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.

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