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Tour-Vorschau

München und so viel mehr

Vorschau auf das Tour-Geschehen mit der BMW International Open in München und zwei Major-Events in den USA.

22. Juni 2022

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Eine Fähigkeit eines guten Golfers ist es, sich auf eine einzige Sache zur selben Zeit zu konzentrieren. In dieser Woche ist diese Qualität aber von Nachteil. Denn auch wenn die BMW International Open in Deutschland die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht, sollte der Horizont um ein paar weitere Turniere erweitert werden. Denn neben dem Event in München finden allein zwei Major-Turniere statt. Wir geben einen Überblick in unserer Vorschau:

DP World Tour


(Viktor Hovland, Photo by Andrew Redington/Getty Images)

Die DP World Tour macht zum zweiten Mal in dieser Saison Halt in Deutschland. Erst vor drei Wochen fand in Winsen (Luhe) die Porsche European Open statt. Aus dem Norden Deutschlands geht es knapp 800 Kilometer südwärts nach Bayern. Hier wird im Golfclub München Eichenried die 33. Ausgabe der BMW International Open ausgetragen. 1989 gewann David Feherty die Premierenausgabe, gefolgt von Paul Azinger, der 1992 seinen zweiten BMW-Titel feierte. Weitere Mehrfachsieger sind Thomas Björn, Pablo Larrazábal sowie Henrik Stenson. Eine erfolgreiche Titelverteidigung wurde beim deutschen Traditionsevent noch nie bejubelt.

Und auch in diesem Jahr wird diese Serie nicht gebrochen. Denn Viktor Hovland, der im vergangenen Jahr bei seinem Debüt auf Anhieb triumphierte, ist gar nicht im Feld. Stattdessen wollte er eigentlich die parallel stattfindende Travelers Championship mitspielen, reihte sich letztlich jedoch in die Reihe zahlreicher Absagen ein (hierzu später mehr). Das Substitut in Sachen Star-Power ist in dieser Woche Billy Horschel. Der US-Amerikaner geht als Nummer 14 in die BMW International Open und gilt als Aushängeschild der Veranstaltung. Aus Sicht des Titelsponsors ein Glücksgriff. Denn Horschel könnte in München den BMW-Hattrick perfekt machen. Dazu mehr in unserem Favoriten-Check >>>

Ansonsten sind einige LIV-Golf-Mitglieder im Feld. Darunter Sergio Garcia, Martin Kaymer und Louis Oosthuizen. Während die PGA Tour klare Kante zeigt und alle Mitglieder der neuen Saudi-Serie sanktioniert, wartet man seitens der DP World Tour noch mit einer endgültigen Entscheidung. Im Hinblick auf die Prominenz des Teilnehmerfelds ist die längere Leine jedenfalls von Vorteil. Neben Kaymer treten 16 weitere deutsche Spieler bei dem mit zwei Millionen Euro dotierten Event an. Eine Liste aller 17 Deutschen finden Sie hier >>>

LPGA Tour


(Nelly Korda, Photo by Kevin C. Cox/Getty Images)

Vier Majors innerhalb zehn Wochen. Die LPGA Tour befindet sich inmitten ihrer wichtigsten Phase der Saison. Beginnend mit der US Women’s Open vor drei Wochen, geht es nun weiter mit dem nächsten Major, dem insgesamt dritten des Jahres. Die Women’s PGA Championship ist seit 2015 das weibliche Pendant zur PGA Championship und damit das zweite von der PGA of America ausgetragene Major-Event. Ein Major war die ehemalige LPGA Championship aber schon davor. Erstmals 1955 ausgetragen und damit das zweitälteste Damen-Major der Welt, trugen sich bereits einige prominente Namen wie Mickey Wright, Kathy Whitworth oder Annika Sörenstam mehrmals in die Siegerinnenliste ein.

Ihr erstes Major gewann Nelly Korda im vergangenen Jahr, als die Women’s PGA Championship im Atlanta Athletic Club ausgetragen wurde. Die mittlerweile 23-Jährige will ihren Titel im Congressional Country Club verteidigen und reist mit ordentlich Selbstvertrauen nach Bethesda, Maryland. Bei ihren bisherigen zwei Starts seit ihrer dreimonatigen Auszeit wurde sie geteilte Achte bei der US Women’s Open und unterlag in der vergangenen Woche erst im Stechen gegen Landsfrau Jennifer Kupcho. Obwohl Korda als Top-Favoritin in diese Woche geht, versucht sie den Druck gering zu halten: "Ich denke, ich habe einfach gelernt, mich in der Major-Woche zurechtzufinden, mich nicht zu sehr unter Druck zu setzen und auch jeden Moment zu genießen."

Einen großen Boost erhielt die Women’s PGA Championship in Sachen Gesamtpreisgeld. In dieser Woche werden neun Millionen US-Dollar ausgeschüttet und damit doppelt so viel wie im vergangenen Jahr. Auf die Gewinnerin wartet ein Scheck in Höhe von 1,35 Millionen US-Dollar und die Bewerberinnen sind zahlreich vorhanden. Neben Korda dürften beide bisherigen Major-Siegerinnen der Saison ein Wörtchen mitreden. Kupcho gewann die Chevron Championship und Minjee Lee die US Women’s Open. Beide Spielerinnen sind obendrein die einzigen Mehrfachsiegerinnen in diesem Jahr. Die letzte Spielerin, die mehrere Majors in einer Saison gewinnen konnte, war die aktuelle Weltranglistenerste Jin Young Ko im Jahr 2018.

Titelanwärterinnen aus Deutschland sind immerhin derer vier am Start. Sophia Popov weiß, wie man eines der fünf großen Damenevents gewinnt, strotzt aber derzeit nicht wirklich vor Selbstvertrauen, auch wenn sie als 66. der Weltrangliste immer noch die am besten platzierte Deutsche im Rolex Ranking ist. Einen Platz dahinter: Caroline Masson. Ihre Form zeigte in den vergangenen Wochen in die richtige Richtung und dieser Trend soll sich natürlich auch im Congressional Country Club fortsetzen. Esther Henseleit hat gute Erinnerungen an dieses Event, nachdem sie das Major im vergangenen Jahr auf dem geteilten 15. Rang abschloss. Isi Gabsa spielt ihr zweites Major des Jahres.

US Senior Open


(Bernhard Langer, Photo by Jonathan Ferrey/Getty Images)

Auch bei den Champions und Legends steht in dieser Woche Major-Golf an. Zum dritten Mal in der Geschichte der US Senior Open ist der Old Course im Saucon Valley CC in Bethlehem, Pennsylvania, Austragungsort dieses geschichtsträchtigen Events. 1992 gewann hier Larry Laoretti. 2000 holte Hale Irwin im Saucon Valley CC einen seiner insgesamt sieben Major-Titel auf der PGA Tour Champions. In diesem Jahr feiert der Austragungsort sein 100-jähriges Bestehen, wobei der Club selbst 1920 gegründet wurde. Der Old Course wurde dann zwei Jahre später eröffnet und hat seitdem bereits sieben USGA-Meisterschaften gehostet - unter anderem die US Women’s Open 2009.

Die US Senior Open ist das dritte Champions-Major des Jahres. Bei den ersten beiden Stationen jubelten Steve Stricker (Regions Tradition) sowie Steven Alker (Senior PGA Championship). Letzterer hat in dieser Saison schon knapp zwei Millionen US-Dollar Preisgeld verdient und führt den Charles Schwab Cup souverän an. Alkers Vorsprung auf den Zweitplatzierten, Miguel Angel Jiménez, beträgt satte 713.249 US-Dollar.

Auf Rang drei folgt Bernhard Langer mit knapp einer Million US-Dollar Preisgeld. Der 64-jährige Deutsche konnte in diesem Jahr bereits ein Event gewinnen und beendete sechs weitere Turniere unter den Top Ten. Seine Bilanz bei der US Senior Open sucht seinesgleichen: Bei 13 Starts landete er noch nie außerhalb der Top 25. 2010 gewann Langer das Major zudem. Mit Alex Cejka ist ein zweiter deutscher Ex-Major-Sieger am Start.

PGA Tour


(Michael Greller und Jordan Spieth, Photo by Maddie Meyer/Getty Images)

Der Travelers Championship laufen die Top-Spieler davon. Will Zalatoris sagte seinen Start nach seinem zweiten Rang bei der US Open in der vergangenen Woche ab. Dustin Johnson und Bryson DeChambeau sind inzwischen Mitglieder der neuen LIV Golf Series. Und die jüngste Absage betrifft Brooks Koepka, der sich Medienberichten zufolge auch von der PGA Tour abwendet und zur neuen Tour von Greg Norman abwandert. Okay - was auf den ersten Blick dramatisch erscheint, rückt auf den zweiten Blick dann doch etwas in den Hintergrund. Denn trotz der vielen Absagen kann sich das Feld der Travelers Championship noch immer mehr als sehen lassen. Fünf Spieler aus den Top Ten der Weltrangliste sind im TPC River Highlands in Cromwell, Connecticut, am Start.

Angefangen bei Scottie Scheffler, dem Weltranglistenersten und viermaligen Turniersieger in dieser Saison. Mit dabei ist auch Rory McIlroy, der dank seines dritten Top-Ten-Resultats bei einem Major in Folge die Nummer zwei der Welt ist. Hinzukommen Justin Thomas, Patrick Cantlay und Sam Burns, die das Favoriten-Quintett komplettieren. Gute Chancen auf den Sieg werden auch Jordan Spieth eingeräumt, der dieses Event 2017 bereits gewinnen konnte und sich seit Monaten in einer starken Form befindet. Absagen hin oder her. Die Travelers Championship verspricht hochklassiges Golf. Auch wenn sie in dieser Woche etwas im Schatten der beiden Majors stehen dürfte. Stephan Jäger ist als einziger Deutscher am Start.

Die Deutschen im Einsatz:

  • PGA Tour, Travelers Championship: Stephan Jäger
  • Ladies European Tour, Czech Ladies Open: Leonie Harm, Karolin Lampert, Sophie Witt, Luisa Dittrich, Helen Tamy Kreuzer, Verena Gimmy, Franziska Friedrich, Carolin Kauffmann, Sarina Schmidt und Katharina Keilich
  • Challenge Tour, Open de Bretagne: Alexander Knappe, Bernd Ritthammer, Dominic Foos und Freddy Schott
  • Korn Ferry Tour, Live and Work in Maine Open: Jeremy Paul und Thomas Rosenmüller
  • PGA Tour Canada, Elk Ridge Open: Lukas Euler und Alexander Herrmann
  • LPGA Tour, Women’s PGA Championship: Sophia Popov, Caroline Masson, Esther Henseleit und Isi Gabsa
  • Epson Tour, Island Resort Championship: Polly Mack und Greta Isabella Völker
  • Major, US Senior Open Championship: Alex Cejka und Bernhard Langer
  • PGA Tour Latinoamérica, Bupa Tour Championship: Velten Meyer
  • LET Access Series, Golf Vlaanderen LETAS Trophy: Anastasia Mickan, Sandy Voss, Chiara Noja, Patricia Isabel Schmidt, Lara Ok, Sonya Knebel und Kimberley Sommer
  • DP World Tour, BMW International Open: Martin Kaymer, Anton Albers, Jonas Baumgartner, Jannik de Bruyn, Max Schmitt, Timo Vahlenkamp, Max Rottluff, Maximilian Herrmann, Philipp Mejow, Maximilian Kieffer, Matti Schmid, Nicolai von Dellingshausen, Yannik Paul, Marcel Schneider, Marcel Siem, Hurly Long und Sebastian Heisele

Daniel Dillenburg

Daniel Dillenburg
Freier Redakteur

Daniel Dillenburg schreibt seit 2013 über den schönen Golfsport und ist nun nach seinem Bachelorstudium im Fach Medienwissenschaft nach Wien gezogen. Artikel werden trotzdem noch in hochdeutsch verfasst.



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