Shane Lowry

Lowry ledert gegen Cantlay

Shane Lowry ärgert sich über das Verhalten seines Ryder-Cup-Gegners Patrick Cantlay und über das US-Team bei Gimme-Situationen.

01. Oktober 2021

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Auf den Ryder Cup in Whistling Straits ist Shane Lowry rückblickend nicht wirklich gut zu sprechen. Und das liegt nicht nur an der herben 9:19-Schlappe, die der Open-Champion von 2019 mit seinem Team Europa auswärts gegen das Team USA kassiert hatte. Sondern insbesondere das Auftreten seines Gegners Patrick Cantlay im Einzel am letzten Wettkampftag hat den Iren verstimmt. Laut dem 34-Jährigen habe sich der US-amerikanische FedExCup-Champion beim Kontinentalwettkampf im US-Bundesstaat Wisconsin unsportlich bei den kurzen Putts verhalten haben. /

Anstatt Putts aus kurzen Distanzen wie in jenem Spielformat durchaus üblich dem Gegner zu schenken, sollen Cantlay und auch andere Mitspieler gelegentlich bewusst keinen sogenannten Gimme zugelassen haben. Lowrys Meinung nach einzig deshalb, um das europäische Team bewusst zu verärgern. In einem Live-Gespräch mit Paddy Power in einem Live-Video auf der Plattform Instagram äußerte sich der dreimalige European-Tour-Titelträger aus dem Team von Kapitän Padraig Harrington mit derben Worten gegenüber dem aktuellen Weltranglistenvierten Cantlay, dem der Ryder Cup-Rookie Lowry im Einzel unterlegen war.

Lowry von Cantlay "angepisst"

"Ja, er (Cantlay; Anm. d. Red.) hat mich am achten Loch ein wenig angepisst, um ehrlich zu sein. Ich stellte meinen Putt auf und er brachte die Menge auf, was ich nicht toll fand. In Rom (beim nächsten Ryder Cup; Anm. d. Red.) werden wir hoffentlich gewinnen und in einem anderen Stil gewinnen", ließ Lowry seinem Frust freien Lauf. "Sie brachten mich dazu, einen Putt aus buchstäblich 18 Zoll auf dem ersten Loch zu schlagen. Also tat ich genau das Gleiche wie Thomas, nur weil ich mich über diese Situation geärgert habe, die ich an diesem Morgen von ihm gesehen hatte."

Dass Lowry bei seiner persönlichen Ryder-Cup-Premiere in seinem gemeinsamen Match mit Mitspieler Tyrrel Hatton ebenfalls zu den gleichen Spielchen aus der mentalen Trickkiste gegriffen hatte, gab der Spieler aus der Mannschaft um Vizekapitän Martin Kaymer im gleichen Atemzug unumwrungen zu. "Ich habe nur versucht, sie zu ärgern und damit auch in ihre Köpfe vorzudringen, aber es hat offensichtlich nicht funktioniert."

Schlechter Verlierer?

Die vermeintliche Unsportlichkeit von Cantlay auf der einen und das oftmals mit Pfiffen und Buh-Rufen nicht gerade vorbildlich auftretende US-amerikanische Publikum in Whistling Straits auf der anderen Seite außen vorgelassen, wollte Lowry am Ende allerdings nicht als beleidigter Verlierer dastehen. "Ich bin enttäuscht von der Punktzahl, weil ich denke, dass wir mehr als das verdient hätten, weil wir ein großartiges Team und eine großartige Einheit waren. Wir haben einfach nicht so gut performt, wie wir es hätten tun sollen."

Robert M. Frank

Robert M. Frank
Freier Redakteur

Nach abgeschlossenem Sportwissenschaft-Studium an der TU München ab 2008 als freier Autor/Reporter/Sportjournalist für Online-Portale, Tageszeitungen, Zeitschriften und Agenturen tätig. Der gebürtige Münchner, Jahrgang 1981, stieß 2018 zum Redaktionsteam hinzu. Golferische Heimat: Gut Rieden in Starnberg

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